Teil 1: Gedanken zu einer Theorie zu Figuren und Rollenspiel

Figuren kommen in Gesellschaften in verschiedenen Kontexten vor: u.a. Religiös, Medienvermittelt, Spielerisch.

Figuren bekommen ihre Geschichte, Rolle und Situation von den Schaffern aufgedrückt. Diese sind teils beeinflusst von Kultur und eigenen Interessen.

Die Menschen bekommen ihre Rolle, Geschichte und Situation von ihrer Gesellschaft und deren Situation aufgedrückt. Für Menschen ist es fast unmöglich eine Figur zu imitieren die in anderen Verhältnissen und Situationen lebt.*

Eine Figur zu kreieren, ermöglicht die Befriedigung von Erlebnisbedürfnissen, die für den Menschen sonst unmöglich oder nur schwer erfahrbar sind.

Das Rollenspiel ist ein Raum, in dem sich ein Mensch auf ein bestimmtes Umfeld für seine Figur einlässt. Mit seiner Figur kreiert er sich Erlebnis-Möglichkeiten.

Da Menschen ganz automatisch von Natur aus zu einem enormen Vorstellungsvermögen fähig sind, und sich Figuren im menschlichen Umfeld nahezu überall finden lassen, kann man rückschließen, dass Menschen und Figuren „zusammengehören“.

Trotzdem erscheint die Anzahl an medienvermittelten Figuren um einiges größer als die Anzahl gespielter Figuren. Das bedeutet, Figuren werden von vielen Menschen eher konsumiert als gelebt.

Auch die medienvermittelten Figuren wurden von jemandem geschaffen, genau wie Figuren im Rollenspiel geschaffen werden. Das könnte bedeuten Rollenspiel ist eine Kategorie neben, im weitesten Sinne, Schriftstellerei (für Buch, Film, Theater, Spiel, Werbung etc.).

Während die Schriftstellerei Figuren in erstem Wege schriftlich erfasst, werden Rollenspielfiguren vor allem verbal-auditiv erfasst. Ein dritter Punkt wäre wohl das freie Phanasieren, in dem weder geschrieben noch gesprochen, sondern nur gedacht/erdacht wird.

Ich halte das Rollenspiel für einen interessanten Forschungsgegenstand. Mensch, Figur und Rollenspiel, diese Dreierbindung bietet viel Gedankenraum, auch wenn meiner Ansicht nach schon die Zweierverbindung Mensch-Figur noch ein wissenschaftliches Nischendasein führt, obwohl sie allgegenwärtig ist. Daher denke ich, dass es noch eine Weile dauern kann, bis die Gesellschaft diesen Themen wirklich den Raum gibt, der möglicherweise angebracht wäre. 🙂

Um dem ein wenig entgegenzuwirken, werde ich in meinem Blog wilde Regenbögen, neben anderen Rollenspiel-Themen, auch immer mal wieder ein paar eigene Gedanken dazu aufgreifen.

Krähen23

* Für Menschen ist es fast unmöglich eine Figur zu imitieren die in anderen Verhältnissen und Situationen lebt. Dieser Satz enthält zwei Bedeutungen. Einmal die Vermutung, dass es schwer wäre, etwas in der Phantasie zu kreieren, das man nicht kennt, d.h. man benötigt in der ein oder anderen Weise immer eine Art Vorlage. Ob dies stimmt, weiß ich nicht. Ich bin der Meinung, dass mit Phantasie wirklich viel möglich ist. Darüber könnte man lange philosophieren. Ich möchte diesen Satz aber auch in seiner anderen Bedeutung verstanden wissen: Das Leben und den Erlebensraum einer Figur kann man nicht auf ein reales Leben übertragen. Wenn ich James Bond sehe, kann ich in meinem eigenen Leben nicht sein Leben nachstellen, da es zu viele Aspekte gibt, die ich nicht in der Hand habe was Umfeld, Möglichkeiten, Mittel usw. betrifft. Menschen können Figuren mit allen möglichen Aspekten erschaffen, aber in ihrem eigenen Leben sind oft viele deutliche Grenzen gesetzt, bzw. wäre es oft sehr schwer und langwierig, all zu viel von den vorgefundenen gesellschaftlichen Gegebenheiten so zu ändern, dass sie den Wunschvorstellungen für den eigenen Entwicklungsraum entsprechen oder auch das eigene Selbst entsprechend zu formen.

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