Spannung erzeugen Teil 2: Herausforderungen

Herausforderungen ähneln sehr der Überforderung, die bis zu einem gewissen Grad auch legitim ist, um Spannung zu erzeugen. Der gewisse Grad bedeutet, dass die Figuren prinzipiell eine Chance haben müssen. 🙂

Ich behandle Herausforderungen in diesem Artikel wie gemäßigte Überforderungen, da die Grenzlinie zwischen beiden recht flüchtig ist. Eine Überforderung stellt in gewisser Weise die Herausforderung erst her.

 

Herausforderungen sind nicht gleich. Für jede Figur gibt es ganz bestimmte Dinge, die eine Herausforderung darstellen.

 

Das sollte man beachten, wenn man den Figuren gezielt bestimmte Dinge als gedachte Herausforderung vor die Nase setzt. Wer seine Spieler und ihre gewählten Figuren schon eine Weile kennt, wird als SL ein besseres Gefühl dafür entwickeln können, was für die jeweilige Figur kompliziert werden könnte – und damit spannend!

 

Was für die eine Figur eine Spannung erzeugende Herausforderung ist, kann für die nächste schon nur noch ein Gähnen wert sein.

 

Was jemand so nebenbei erledigt, das ist keine Herausforderung. Aber wo die Figur einen Schwachpunkt hat, oder einfach noch unerfahren ist, da lässt sich gut der Hebel ansetzen, um etwas Schwung ins Spiel zu bringen.

 

Das gleiche gilt für Gruppen, auch die Gruppe insgesamt hat Schwachpunkte und bisher unerlebte Situationen. Mit ein wenig Brainstorming kommt man eigentlich immer auf das ein oder andere, was interessant werden könnte.

Bei Herausforderungen sollte man ein möglichst breites Spektrum im Auge behalten und sich nicht nur auf Kämpfe beschränken. Es gibt noch sehr viel mehr, was Figuren unter Druck setzt, jetzt etwas zu unternehmen oder etwas gut zu erledigen, weil etwas auf dem Spiel steht. Es muss auch nicht immer gleich das Leben der Figur, oder einer anderen Figur, auf dem Spiel stehen.

Eine Herausforderung kann es schon sein, wenn eine schüchterne Figur jetzt die große Rede halten muss (das ist sogar eine recht gute Herausforderung!). Das fühlt sich für diese Figur dann wie der blanke Horror an, aber sie hat die Chance etwas zu wagen und über sich hinaus zu wachsen. Vielleicht drückt sie sich auch davor, aber so oder so, wurde diese Figur heraus gefordert und es ist ein Ereignis, dass sie sich merken wird. Vielleicht ärgert sie sich daraufhin, dass sie es nicht geschafft hat, oder aber sie ist stolz, weil sie die Aufgabe bewältigen konnte, und den ersten Schritt auf einem Weg getan hat, auf dem sie wachsen kann.

 

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Hat man aus irgendeinem Grund wenig Spielraum, und kann doch immer nur dasselbe bieten, eignen sich immer noch kleine Aufpepp-Tricks. Auch hier kann man Brainstormen. Wenn z.B. der zehnte Kampf ansteht, und die Gegner bisher immer ohne Probleme weggesäbelt wurden und die Gruppe schon übermütig wird, könnte man ein Detail verändern und ihnen diesmal z.B. ein dunkles Omen mit auf den Weg geben, so dass sie ins Zweifeln geraten und die Spannung vor dem nächsten Kampf erhöht wird. Die Herausforderung in diesem Falle wäre, wie die Figuren mit diesem düsteren Omen umgehen, lassen sie sich davon beeindrucken, werden sie nervös? Wenn nein muss man als SL vielleicht noch eins draufsetzen und ihnen etwas Furcht einflößen.

Worüber man sich als SL Gedanken machen kann ist, ob man nur Herausforderungen einbaut, die die ganze Gruppe betreffen, und somit jede einzelne Figur „erwischen“, oder ob man gezielt eine bestimmte Figur separiert und für die Situation der Herausforderung von der Gruppe trennt. Dies macht vor allem Sinn, wenn Gruppen sich schon so eingespielt haben, dass immer die selben Figuren die selben Dinge erledigen – und die anderen Figuren immer daneben stehen (auf die Uhr schauen und gelangweilt mit dem Fuß tappen).

Hier kann es sinnvoll sein einmal neu zu mischen und auch anderen Figuren gezwungenermaßen eine Situation der Herausforderung zu bieten, indem einfach der, der es sonst immer macht, mal nicht da ist (vereinzelt wurde), oder aber die Figur, für die die Sache (alleine, oder mit ein paar von den anderen zusammen) noch eine Herausforderunge wäre, von den anderen getrennt wurde.

 

Ich fasse zusammen 🙂

  • Herausforderungen sind individuell, je nach Figur sind sie verschieden
  • Herausforderungen sind Situationen, bei denen etwas auf dem Spiel steht
  • Herausforderungen erzeugen Spannung und sind aufregend

 

Es wird noch weitere Teile zu diesem Thema geben. Ihr könnt mir aber gern einen Kommentar dalassen, wenn euch etwas gescheites einfällt (oder ihr das Beitragsbild zu gruslig findet, ich habe diesmal echt überlegt, aber die Symbolträchtigkeit hat über die ungesunde Hautfarbe der Figur gesiegt). 🙂

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