Das Figurentagebuch – Eine Orientierungshilfe Teil 2

Wie versprochen, gibt es in Teil 2 zum Figurentagebuch nochmal die wichtigsten Punkte zusammengefasst und ein Beispiel, anhand dem noch einmal alles anschaulich erklärt wird. 🙂

Falls ihr Teil 1 noch nicht gelesen habt, das war der Beitrag von letzter Woche, wie der Name vermuten lässt, baut Teil 2 auf den Infos aus Teil 1 auf und führt sie fort. Ein Blick in Teil 1 schadet also nicht!

 

Was lässt sich in so einen Tagebucheintrag sinnvoll mit rein packen?

 

Zusammenfassung:

  • Ort und Zeit
  • beteiligte Personen
  • wie die Figur zu anderen Figuren steht, ggf. wie sich das mit der Zeit verändert
  • Stimmung der Figur
  • Gefühle der Figur
  • Freuden
  • Befürchtungen
  • Hoffnungen
  • Erwartungen
  • was die Figur denkt
  • Einstellungen und Werte der Figur
  • Erfahrungen aus der Vergangenheit
  • was der Figur wichtig ist und was unwichtig

 

Nicht in jedem Eintrag muss immer alles drin stehen, auch die Eintragslänge kann individuell ganz verschieden sein. Es soll ja auch Spaß machen und sich nicht wie eine Schulaufgabe anfühlen 😉

 

Und wofür ist es gut?

  • als Erinnerung
  • als Nachschlagewerk
  • als Orientierungshilfe
  • als Möglichkeit für den SL, das Spiel noch besser auf die einzelnen Figuren abzustimmen

 

 

Seite 2

 

Beispiel:

11.03., Blueash

Momentan ist X nicht mehr so gut drauf. Y ist verschwunden, und er hat ein schlechtes Gewissen, weil er das Buch von seinem Vater „ausgeborgt“ hat, ohne zu fragen. Außerdem ist er verwirrt, weil Z immer noch den Ring trägt, und weiterhin als seine Partnerin auftritt. Froh ist er darüber, noch nicht ins Gefängnis gekommen zu sein, und dass er seinen Vater offenbar noch nicht genug verärgert hat, dass es sich auf seine finanzielle Lage ungünstig auswirkt. Auch wenn er in beiden Fällen eine Geheimwaffe bereit hat: Seine Mutter.

Was lässt sich hier raus ziehen?

Zeit & Ort: 11.03., Blueash

Ereignisse: Y ist verschwunden; die Figur hat ein wichtiges Buch von einem Familienmitglied mitgehen lassen; Z spielt weiterhin ein Täuschungsmanöver mit, das die Figur eigentlich als beendet angesehen hat

Stimmung der Figur: nicht so gut, schlechtes Gewissen, verwirrt, verlässt sich auf andere

Befürchtungen der Figur: wegen etwas, das hier nicht erwähnt wird, ins Gefängnis zu kommen

Sonstiges: Die Figur verlässt sich auf ihre Mutter, falls sie ihren Vater so verärgern sollte, dass dessen finanzielle Unterstützung ausbleibt

Wo könnte der SL ansetzen, um der Figur ein paar persönliche Herausforderungen zu stellen?

z.B.

  • die Mutter, auf die die Figur sich ja verlässt, vielleicht ist sie auch sauer auf die Figur oder hat ihr ganzes Geld doch schon verpulvert, und die Figur weiß es nur noch nicht
  • das Buch und der Vater sowie seine Reaktion, wenn er es bemerkt, sollten vom SL nicht vergessen werden (Konsequenzen für Taten der Figur)
  • da die Figur offenbar Angst vor dem Gefängnis (oder Gerichtsverhandlungen, wo sie ihre Taten rechtfertigen muss) hat, kann der SL überlegen, was sich daraus machen ließe, z.B. könnte die Figur doch mal Ärger haben und eine Nacht im Gefängnis verbringen müssen, oder aber der SL baut eine Mission im Gefängnis ein, bei der die Figur mit ihrer Angst in Berührung kommt

Wir sehen, so ein kurzer Eintrag kann ganz nützlich sein.

Der Eintrag des o.g. Beispiels ist aus Spielersicht geschrieben. Wenn die Figur ihn selbst verfasst hätte, hätte er in etwa so ausgesehen:

11.03. Z ist ziemlich attraktiv. Die einzige Französin, die ich kenne. In letzter Zeit hänge ich fast nur noch mit ihr rum. Außerdem mache ich, was sie sagt und vertraue ihr. Langsam mache ich mir Gedanken. Ich glaube, sie hat mich irgendwie um den Finger gewickelt. Mein Vater hat echt merkwürdige Bücher, zu merkwürdig. Y ist weg, hoffentlich taucht sie bald wieder auf. Ich frage mich, was die Männer wollten, die meinen Vater angeblich verfolgt haben. Ich wünschte, er würde mir mehr erzählen. Ständig schließt er mich aus seinem Leben aus, und wenn wir doch mal reden, endet es immer in Streit. Ich weiß nicht, ob das an mir liegt, oder an ihm?

Auch hier kommen Infos rum, aber sie sind etwas anders und sie sind anders gewichtet. Es kann also ganz interessant sein, aus zwei Sichten zu schreiben, Spieler und Figur. 🙂

Habt ihr schon einmal ein Tagebuch für eine Figur geführt? 🙂

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s